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Ein Fahrrad-Navi braucht kein Mobilfunknetz, um dich zu führen. Es empfängt Satellitensignale, vergleicht die Position mit einer Karte, die im Gerät gespeichert ist, und rechnet die Route selbst. Genau das unterscheidet es vom Handy, das seine Karten normalerweise nachlädt und im Funkloch aufgibt. Alles, was ein solches Gerät braucht, ist Strom und eine Karte, die vorher aufgespielt wurde.

Für die Kaufentscheidung heißt das: Ein Navi lohnt sich, wenn du lange unterwegs bist, abseits von Ortschaften fährst oder das Handy für Anrufe und Notfälle geladen halten willst. Für die Fahrt zur Arbeit in der Stadt bringt es dagegen wenig, was das Telefon in einer stabilen Halterung nicht auch könnte.

Der zweite Grund, warum viele Radfahrer wechseln, hat nichts mit Navigation zu tun: Ein Handy in der Lenkerhalterung ist Regen, Vibration und Sonne ausgesetzt, und all das mag es nicht. Ein Radgerät ist dafür gebaut.

Die besten Fahrrad-Navis ohne Handy

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Wie ein Fahrrad-Navi seine Position findet

Der Empfänger im Gerät wertet die Signale von Satelliten aus, die permanent ihre Kennung und eine sehr genaue Uhrzeit senden. Aus der Laufzeit dieser Signale errechnet das Gerät seinen Abstand zu jedem Satelliten. Mit vier Satelliten ergibt sich daraus eine Position im Raum. Neben dem amerikanischen GPS gibt es das europäische Galileo, das russische GLONASS und das chinesische Beidou. Zusammengefasst spricht man von GNSS, also einem globalen Satellitennavigationssystem.

Ein Gerät, das mehrere dieser Systeme gleichzeitig auswertet, sieht mehr Satelliten und findet auch im Wald oder in einer engen Häuserzeile schneller eine Lösung. Die neuere Stufe heißt Multiband: Dabei empfängt das Gerät zwei Frequenzen desselben Satelliten und kann Signale herausrechnen, die von Hauswänden reflektiert wurden. Genau diese Reflexionen sind der Grund, warum eine Aufzeichnung in der Innenstadt manchmal quer durch Gebäude verläuft. Unter freiem Himmel liegt die Genauigkeit brauchbarer Geräte im Bereich weniger Meter, in Häuserschluchten und dichtem Wald deutlich schlechter.

Die Karte kommt bei vielen Geräten aus dem offenen Kartenprojekt OpenStreetMap. Das ist für Radfahrer ein Vorteil, weil dort Feldwege, Radrouten, Wegebeläge und Barrieren erfasst sind, die auf Straßenkarten fehlen. Der Nachteil ist die schwankende Qualität: Was niemand eingetragen hat, kennt das Gerät auch nicht, und ein als Radweg markierter Pfad kann in der Praxis ein Trampelpfad sein.

Was ein Fahrrad-Navi nicht kann

Es ersetzt nicht das Mitdenken an der Kreuzung. Die Routenberechnung folgt Regeln, die im Gerät hinterlegt sind, und die kennen weder Baustellen noch gesperrte Brücken noch die Tatsache, dass ein Weg im Frühjahr unter Wasser steht. Wer stur dem Pfeil folgt, landet regelmäßig auf einem Feldweg, der nach zweihundert Metern endet. Plane deshalb grob mit, wohin es geht, und behalte die Wettersituation im Blick, etwa über die Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes.

Es macht dich außerdem nicht rechtlich unangreifbar. Für den Umgang mit elektronischen Geräten am Steuer gilt die Straßenverkehrs-Ordnung, und sie spricht von demjenigen, der ein Fahrzeug führt. Ein Fahrrad ist ein Fahrzeug. Nachzulesen ist das in Paragraf 23 der StVO. Entscheidend ist, dass du das Gerät nicht aufnimmst oder in der Hand hältst und dass der Blick nur kurz darauf fällt. Eine feste Halterung am Lenker ist deshalb keine Kür, sondern die Voraussetzung. Welche Systeme dabei wirklich halten, steht im Überblick zur Lenkerhalterung fürs Handy.

Und es ist keine Notrufzentrale. Auch Geräte mit Sturzerkennung brauchen ein gekoppeltes Telefon, um eine Nachricht zu senden. Ohne Handy in der Tasche bleibt die Warnung im Gerät. Wer allein auf abgelegenen Strecken fährt, nimmt das Telefon also mit, nutzt es aber nicht zum Navigieren, und genau dafür ist der Akku dann noch da.

Gerätetyp Wie er navigiert Was es kostet Passt zu
GPS-Radcomputer mit Karte Karte im Speicher, Route wird im Gerät berechnet kleines Display, Bedienung über wenige Tasten Tagestouren, Training, Radreise
Outdoor-Handgerät Karte im Speicher, wechselbare Batterien schwerer, dickere Bauform am Lenker lange Touren ohne Steckdose
Radcomputer ohne Karte Zeigt nur Richtungspfeile entlang einer geladenen Spur keine Neuberechnung bei Abweichung geplante Routen, minimales Gewicht
Smartphone in Halterung Karte online oder als Offline-Paket Akku, Regen, Hitze, schlechte Ablesbarkeit in der Sonne Stadtfahrten, gelegentliche Touren
E-Bike-Display mit Navigation Nutzt den Antriebsakku, oft mit App gekoppelt an ein Rad gebunden, Funktionsumfang begrenzt Pendeln und Alltag mit dem Pedelec

Kaufkriterien mit Zahlen

Akkulaufzeit: Übliche Radcomputer mit Karte halten bei aktiver Navigation etwa 12 bis 20 Stunden, sparsame Modelle mit reduzierter Anzeige deutlich länger. Rechne für Mehrtagestouren mit einer Powerbank oder wähle ein Gerät mit wechselbaren Batterien.

Displayhelligkeit: In direkter Sonne wird es unter etwa 500 Candela je Quadratmeter mühsam. Transflektive Displays sind bei Sonnenschein besser ablesbar, wirken dafür in der Dämmerung matter.

Displaygröße: Zwischen 2,2 und 3,5 Zoll Diagonale liegt die übliche Spanne. Größer heißt mehr Kartenausschnitt, aber auch mehr Gewicht am Lenker und kürzere Laufzeit.

Kartenspeicher: Eine Karte für Mitteleuropa belegt je nach Detailgrad mehrere Gigabyte. Achte auf freien Speicher oder einen Steckplatz für eine Speicherkarte, sonst musst du vor jeder Reise umräumen.

Schutzart: Angaben wie IPX7 bedeuten, dass das Gerät kurzzeitiges Untertauchen übersteht. Das ist der Bereich, in dem ein Radgerät liegen sollte, wenn du auch bei Dauerregen fährst. Weitere Unterschiede zwischen den Bauarten stehen beim Fahrrad-Navigationssystem.

Welches Gerät zu welcher Fahrweise passt

Wer feste Routen vorher am Rechner plant und sie nur abfahren will, kommt mit einem einfachen Gerät ohne Karte aus. Es zeigt die Spur und piept an Abzweigungen, wiegt wenig und hält lange. Wer spontan unterwegs umplant, braucht Kartenmaterial und eine Neuberechnung im Gerät, sonst steht man am Umleitungsschild.

Für lange Radreisen ohne verlässliche Stromversorgung ist ein Gerät mit wechselbaren Batterien oder eine Kombination aus Nabendynamo und Ladeanschluss die entspannteste Lösung. Welche Modelle sich in welcher Klasse unterscheiden, zeigen die Übersichten zum GPS-Fahrradcomputer mit Navigation und zum Fahrrad-Navigationsgerät.

Häufige Fragen

Wie kommen Karten und Routen aufs Gerät? Per Kabel am Rechner, über WLAN oder über die App des Herstellers. Der übliche Weg für eigene Touren ist eine Datei im GPX-Format, die praktisch jedes Planungsprogramm ausgibt und praktisch jedes Gerät liest.

Warum weicht die Höhenangabe von der Karte ab? Die satellitengestützte Höhe ist ungenauer als die Position in der Fläche. Bessere Geräte messen deshalb zusätzlich den Luftdruck mit einem barometrischen Sensor. Der reagiert allerdings auf Wetterwechsel, deshalb sollte er sich regelmäßig an bekannten Punkten neu kalibrieren.

Halten die Halterungen wirklich? Die üblichen Viertelddrehungen aus Kunststoff sind stabil, altern aber unter UV-Licht. Tausche eine Halterung, sobald sie Spiel bekommt oder Risse zeigt. Ein Sicherungsband kostet nichts und verhindert, dass das Gerät über den Bordstein hüpft.

Was passiert im Winter mit dem Akku? Die Laufzeit sinkt bei Kälte deutlich, teils um ein Drittel. Das ist normal und verschwindet bei Wärme wieder. Lade das Gerät nicht direkt nach der Fahrt aus dem Frost heraus, sondern lass es erst auf Zimmertemperatur kommen.

Kann ich das Gerät auch als Tacho nutzen? Ja, die Geschwindigkeit wird aus der Positionsänderung errechnet. Unter Bäumen und in Tunneln schwankt der Wert allerdings. Wer exakte Werte braucht, koppelt einen Geschwindigkeitssensor am Laufrad dazu.

Wohin mit einem defekten Gerät? Nicht in den Hausmüll. Navigationsgeräte sind Elektroaltgeräte mit fest verbautem Akku und gehören zum Wertstoffhof oder zurück an größere Händler, geregelt im Elektro- und Elektronikgerätegesetz.

David ist ein passionierter Radfahrer, der seine Begeisterung für das Radfahren in seinen tiefgründigen Artikeln vermittelt. Er erkundet sowohl städtische als auch ländliche Routen und teilt seine Erfahrungen über die Freiheit auf zwei Rädern. Davids Motto: „Radfahren ist Freiheit, die jeder Tritt in die Pedale beweist.“